Lokaler Strom in der Schweiz

Die Informations­plattform rund um lokal produzierten Strom.

Solarstrom dort nutzen, wo er entsteht: im Gebäude, in der Nachbarschaft oder innerhalb der Gemeinde. Hier findest du die Schweizer Modelle ZEV, vZEV, LEG und Praxismodell verständlich erklärt und direkt vergleichbar.

  • seit 2018ZEV
  • seit 2025vZEV
  • seit 2026LEG

Warum lokaler Strom?

Mehr Solarstrom vor Ort nutzen. Mehr Wert im Gebäude behalten.

Wer lokal produzierten Solarstrom direkt nutzt, erhöht den Eigenverbrauch und reduziert den Bezug aus dem öffentlichen Netz. Das verbessert häufig die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage und kann den Teilnehmenden attraktive Stromkosten ermöglichen.

Welches Modell passt, hängt von Netzanschlusspunkt, Smart Metern, Netztopologie, Eigentumsverhältnissen, Teilnehmenden und dem zuständigen Verteilnetzbetreiber ab.

Vier Schweizer Modelle

Vom einzelnen Gebäude bis zur lokalen Gemeinschaft.

Die räumliche und technische Ausgangslage bestimmt, welches Modell in Frage kommt.

ZEV

Zusammenschluss zum Eigenverbrauch

Mehrere Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen Solarstrom hinter demselben Netzanschlusspunkt. Typisch sind Mehrfamilienhäuser, Areale oder mehrere Gebäude auf zusammenhängenden Grundstücken.

  • seit 2018 möglich
  • gegenüber dem Netzbetreiber ein Endverbraucher
  • private Messung innerhalb des ZEV
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vZEV

Virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch

Der virtuelle ZEV nutzt die Smart Meter des Verteilnetzbetreibers. Unter bestimmten Voraussetzungen können Anschlussleitungen und Netzinfrastruktur am Anschlusspunkt für den lokalen Austausch genutzt werden.

  • seit 2025 möglich
  • gleicher zulässiger Netzverknüpfungspunkt
  • Messdaten des Verteilnetzbetreibers
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LEG

Lokale Elektrizitätsgemeinschaft

Produzentinnen, Verbraucher und Speicher können erneuerbaren Strom über das öffentliche Netz lokal austauschen. Gemeindegrenze, Verteilnetzbetreiber und Netztopologie begrenzen die mögliche Gemeinschaft.

  • seit 2026 möglich
  • lokaler Austausch über das öffentliche Netz
  • reduziertes Netznutzungsentgelt für LEG-Strom
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VNB

Praxismodell des Netzbetreibers

Ein Verteilnetzbetreiber kann ein eigenes Eigenverbrauchsmodell anbieten. Die Teilnehmenden bleiben Kundinnen und Kunden des Netzbetreibers; Angebot, Bedingungen und Tarife unterscheiden sich je nach Versorgungsgebiet.

  • freiwilliges Angebot des Netzbetreibers
  • bestehende VNB-Messinfrastruktur
  • lokale Bedingungen frühzeitig prüfen
Prüfung vorbereiten

Wissen vertiefen

Die vier Modelle im Detail.

Wähle ein Modell und erfahre, welche Voraussetzungen, Rollen und Messkonzepte für die Vorbereitung besonders wichtig sind.

ZEV

Gemeinsam Solarstrom hinter einem Netzanschluss nutzen.

Ein klassischer ZEV bündelt mehrere Verbrauchsstellen zu einem Endverbraucher gegenüber dem Verteilnetzbetreiber. Er eignet sich besonders für Mehrfamilienhäuser und Areale mit gemeinsamer Anschlussstruktur.

Voraussetzungen

  • gemeinsamer Netzanschlusspunkt
  • ausreichende lokale Produktionsleistung
  • geregelte Teilnahme und Verantwortlichkeit

Messung und Daten

  • Gesamtmessung durch den Netzbetreiber
  • interne, private Messung im ZEV
  • Verbrauchs- und Produktionsdaten für die Verteilung

Beteiligte und Rollen

  • ZEV-Vertretung als Ansprechpartner
  • Eigentümerschaft oder Betreibergesellschaft
  • Teilnehmende Haushalte und Betriebe

Typische Anwendungen

  • Mehrfamilienhaus
  • Stockwerkeigentum
  • Areal mit mehreren Gebäuden
Für die Erstprüfung bereithaltenNetzanschlussplanEigentumsstrukturLast- und ProduktionsdatenTeilnehmerliste

Aus der Praxis gedacht

Drei typische Ausgangslagen.

01

Ein Mehrfamilienhaus

Zuerst ZEV prüfen. Wenn die interne Messung oder Anschlussstruktur nicht passt, vZEV oder ein VNB-Praxismodell abklären.

02

Mehrere Nachbargebäude

Zuerst die elektrische Netztopologie beim Verteilnetzbetreiber klären. Danach vZEV und LEG systematisch vergleichen.

03

Quartier mit Gewerbe

Eine LEG kann unterschiedliche Produktions- und Verbrauchsprofile verbinden. Speicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur von Beginn an einplanen.

Direkter Vergleich

Welcher Rahmen passt zu deinem Projekt?

KriteriumZEVvZEVLEGPraxismodell
Typische Ausdehnunghinter einem gemeinsamen Netzanschlusspunktüber zulässige Anschlussleitungen am gleichen Verknüpfungspunktlokal innerhalb derselben Gemeinde und Netztopologiegemäss Angebot des Netzbetreibers
Messungprivate Messung im ZusammenschlussSmart Meter des NetzbetreibersSmart Meter des NetzbetreibersMessinfrastruktur des Netzbetreibers
Beziehung zum VNBZusammenschluss gilt als ein EndverbraucherZusammenschluss gilt als ein EndverbraucherTeilnehmende bleiben VNB-KundenTeilnehmende bleiben VNB-Kunden
Besonders geeignetMehrfamilienhaus oder Arealbenachbarte Gebäude am passenden NetzpunktQuartier, Gemeinde oder lokale Produzenten- und VerbrauchsgruppeGebiete mit passendem VNB-Angebot
Erster SchrittAnschluss- und Eigentumsstruktur klärenNetztopologie beim VNB abfragenGemeinde, VNB und Netzebene prüfenAngebot und Bedingungen beim VNB anfragen

Die Tabelle dient der ersten Orientierung. Die verbindliche Zulässigkeit ergibt sich aus den aktuellen gesetzlichen Vorgaben und der technischen Prüfung durch den zuständigen Verteilnetzbetreiber.

Interaktive Entscheidungshilfe

Welches Modell solltest du zuerst prüfen?

Beantworte maximal drei Fragen. Das Ergebnis ist eine unverbindliche Ersteinschätzung und ersetzt keine Netz- oder Rechtsprüfung.

Frage 1 von 3

Liegen alle Teilnehmenden hinter demselben Netzanschlusspunkt?

Vom Potenzial zur Umsetzung

Sechs Schritte zu einem tragfähigen lokalen Strommodell.

  1. 01

    Objekt und Beteiligte erfassen

    Gebäude, Eigentumsverhältnisse, Verbrauch, Produktion, Speicher und zukünftige Verbraucher dokumentieren.

  2. 02

    Netzsituation klären

    Netzanschlusspunkt, Verknüpfungspunkt, Gemeinde, Netzebene und zuständigen Verteilnetzbetreiber bestimmen.

  3. 03

    Modell auswählen

    ZEV, vZEV, LEG und ein mögliches Praxismodell nach Zulässigkeit, Aufwand und Nutzen vergleichen.

  4. 04

    Wirtschaftlichkeit rechnen

    Erzeugung, Eigenverbrauch, lokale Strommenge, Investition, Messkosten, Tarife und Reserven realistisch abbilden.

  5. 05

    Technik und Verträge planen

    Messkonzept, Anlagensteuerung, Verantwortlichkeiten, Teilnahmebedingungen und Datenschutz festlegen.

  6. 06

    Anmelden und umsetzen

    Unterlagen einreichen, Fristen koordinieren, Anlage installieren, Inbetriebnahme prüfen und Betrieb überwachen.

SOLEXUS Praxis-Check

Technik, Eigenverbrauch und zukünftige Lasten gemeinsam denken.

Ein lokales Strommodell funktioniert am besten, wenn Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, E-Mobilität und Energiemanagement als Gesamtsystem geplant werden.

Projektanalyse anfragen
PhotovoltaikProduktion und Dachpotenzial
StromspeicherEigenverbrauch und Reserve
WärmepumpeWärme mit Solarstrom
E-MobilitätLaden intelligent steuern

Häufige Fragen

Klarheit vor dem Projektstart.

Für die konkrete Umsetzung sind immer die aktuelle Gesetzeslage und die Vorgaben des zuständigen Verteilnetzbetreibers massgebend.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen ZEV und vZEV?

Beim klassischen ZEV teilen die Beteiligten den Strom hinter einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt und organisieren die interne Messung. Der vZEV nutzt die Smart Meter des Verteilnetzbetreibers und kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen weitere Anschlussleitungen am gleichen zulässigen Verknüpfungspunkt einbeziehen.

Seit wann kann eine LEG umgesetzt werden?

Die gesetzlichen Bestimmungen für lokale Elektrizitätsgemeinschaften gelten seit 1. Januar 2026. Wegen der vorgesehenen Anmeldefristen und der technischen Prüfung muss die Umsetzung frühzeitig mit dem Verteilnetzbetreiber koordiniert werden.

Können Speicher an einer LEG teilnehmen?

Ja, Speicherbetreiber können grundsätzlich Teil einer LEG sein. Messung, Herkunft der Energie und exklusive Zuordnung müssen den geltenden Vorgaben entsprechen.

Ist jede Nachbarschaft automatisch für einen vZEV geeignet?

Nein. Entscheidend ist nicht nur die geografische Nähe, sondern vor allem die elektrische Netztopologie. Der Verteilnetzbetreiber bestätigt, ob die Anschlussleitungen am gleichen zulässigen Verknüpfungspunkt liegen.

Was bringt ein höherer Eigenverbrauch?

Direkt genutzter Solarstrom ersetzt Netzbezug und wird nicht nur als Überschuss eingespeist. Dadurch kann sich die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage verbessern. Das Ergebnis hängt von Investition, Lastprofil, Tarifen und Betriebskosten ab.

Welche Rolle spielen Wärmepumpe und Elektroauto?

Beide sind flexible Verbraucher. Eine intelligente Steuerung kann ihren Strombezug in Zeiten hoher Solarproduktion verschieben und damit den lokalen Verbrauch erhöhen.

Ist diese Seite eine rechtliche Beratung?

Nein. Die Plattform bietet eine strukturierte Erstinformation. Für verbindliche Entscheide sind die aktuellen Gesetze, Verordnungen, Branchenregeln, Verträge und die Prüfung des Verteilnetzbetreibers massgebend.

Neutrale Grundlagen

Quellen und weiterführende Informationen.

Die fachlichen Grundlagen dieser Seite orientieren sich an den Informationen der folgenden Schweizer Institutionen. Externe Links öffnen in einem neuen Tab.

Informationsstand: August 2026. Änderungen von Gesetz, Verordnung und VNB-Praxis bleiben vorbehalten.

Dein Gebäude. Dein Strom. Deine Gemeinschaft.

Wir prüfen, welches lokale Strommodell technisch und wirtschaftlich passt.